Vier Punkte, wie Sie eine gute Pressemitteilung schreiben

Um die Öffentlichkeit über Neuigkeiten aus Ihrer Intiative bzw. Ihrem Projekt zu informieren, schreiben Sie eine Pressemitteilung. Themen können beispielsweise ein neues Projekt, eine Veranstaltungsankündigung sein, aber auch z.B. ein Spendenaufruf. Normalerweise werden die Presseinformationen über einen Presseverteiler per E-Mail verschickt.

Wenn Ihre Pressemitteilung gut ankommen soll, dann müssen Sie die Sprache der Journalisten treffen. Dieser Beitrag erklärt, welche vier Punkte Ihre Medieninformation hochwertig machen.

1. Das Wichtigste kommt zuerst: die W-Fragen

Wenn Sie eine Pressemitteilung schreiben, beginnen Sie mit dem Wichtigsten. Deshalb sind die die W-Fragen zu beantworten:

  • Wer?
  • Was?
  • Wann?
  • Wo?
  • Wie?
  • Warum?
  • Woher/welche Quelle?

Das Wichtigste muss am Anfang der Presseinformation stehen. Testen Sie, ob Ihnen das gelungen ist. Streichen sie die Absätze der Reihe nach von hinten gedanklich und überlegen sich, ob die Pressemitteilung immer noch aussagekräftig bleibt.

Der Überschrift kommt eine besondere Bedeutung zu. Durch Sie muss der Leserneugierig gemacht werden und sein Interesse muss geweckt werden.

STERN-Gründer Henri Nannen (1913 - 1996) hat dazu den Begriff Küchenzuruf geprägt. Gemeint ist damit die zentrale Ausage der Pressemitteilung. Bereits vor dem Schreiben der Pressemitteilung sollten sie sich darüber im Klaren sein, worüber sie schreiben möchten. Während des Schreibens wird die Pressemitteilung genau zu diesem Thema formuliert, und nach Beendigung des Schreibens wird überprüft, ob der Küchenzuruf tatsächlich vorhanden ist.

2. Das Gesetz lautet KISS – keep it short and simple!

Bedenken Sie, wenn Sie eine Pressemitteilung schreiben immer: Journalisten haben wenig Zeit. Formulieren Sie Ihren Text daher möglichst so, dass er publikationsfertig ist. Dazu zählt, die Sätze möglichst kurzzuhalten. Schachtelsätze sind zu vermeiden. „Auch die Verwendung von Substantivierungen kann zu Verkomplizierungen der Publizität und Langwierigkeit führen" – wie dieses Beispiel zeigt. Besser hätten wir geschrieben: "Versuchen Sie Substantive zu vermeiden." Wörter auf -ung, -keit, -ik, -iät, -heit oder -ismus können in den meisten Fällen einfacher beschrieben werden.

Schreiben Sie bitte nicht „man"? Bezeichnen Sie genau: Wer hat was gemacht? Und zwar im Aktiv. Meiden Sie Passivkonstruktionen, wenn Sie eine Pressemitteilung schreiben. Man wurde nicht ausgezeichnet, sondern Ihr Projekt bzw. Ihre Initiative wurde durch die Organisation "ABC" ausgezeichnet.

Zusammengesetzte Wörter wirken sperrig und können meistens auch anders umschrieben werden. Wenn Sie eine Pressemitteilung schreiben, verwenden Sie keine Fremdwörter. Wenn erforderlich, dann auch unbedingt erklären. Dasselbe gilt für Abkürzungen. Die Regel lautet: Den Text soll am Ende jeder verstehen. Versetzen Sie sich in die Lage eines Fachunkundigen und lesen Sie den Text zum Abschluss noch einmal mit der „Laienbrille". Achten Sie dabei auch auf Wortwiederholungen. Synonyme machen die Mitteilung bunter. Die nachfolgende Checkliste hilft Ihnen, wenn Sie eine Pressemitteilung schreiben. Checkliste: Pressemitteilung schreiben

  • Das Wichtigste am Anfang?
  • Fremdwörter gemieden?
  • Abkürzungen erklärt?
  • Kurze Sätze?
  • Adjektive und Adverbien gestrichen?
  • Aktiv formuliert?
  • Substantivierungen umgeschrieben?
  • Starke Verben genutzt?
  • Wortwiederholungen?
  • Wer ist eigentlich "man"?

3. KISS – das gilt auch für die formalen Aspekte

Zur KISS-Regel zählt nicht nur, die Wörter und Sätze „short", englisch für kurz, zu halten. Auch auf formaler Ebene gilt das Motto: Pressemitteilung schreiben – kurz & knackig! Achten Sie darauf, dass die Meldung nicht länger als eine Seite wird, sie einen 1,5-fachen Zeilenabstand besitzt und die Absätze Sinneinheiten bilden. Die Übersichtlichkeit ist unbedingt zu wahren.

Ein häufiger Fehler, wenn Projekte oder Initiativen eine Pressemitteilung schreiben, besteht darin, Dinge vollständig beschreiben zu wollen. Konzentrieren Sie sich auf einen Punkt und beschreiben Sie diesen. Haben Sie über mehrere Neuigkeiten zu berichten, dann verteilen Sie die auf mehrere Pressemitteilungen.

Betiteln Sie die Pressemitteilung als solche, damit sofort erkennbar ist, was dem Journalisten vorliegt. Direkt am Anfang Ihres Textes sollte deutlich hervorgehoben das Wort Pressemeldung / Pressemitteilung / Presseinformation / Medieninformation stehen. Am Ende das Datum und den Ansprechpartner mit Kontaktdaten nicht vergessen.

Wenn es zum Thema möglich ist, liefern Sie Bildmaterial direkt mit. Wichtig ist hierbei, dass das Material aussagekräftig ist und eine Größe von 2 bis 3 MB nicht überschreitet. Eine Bildbeschreibung sollte direkt vorgeschlagen werden, dazu zählt auch die Angabe von Namen, wenn Personen dargestellt sind.

Eine Pressemitteilung wird immer als unformatierte Word-Datei versendet.

4. Pressemitteilung schreiben heißt nicht Werbung machen

Ziel ist es, dass die Pressemitteilung möglichst so übernommen wird, wie Sie sie geschrieben haben. Dazu gehört auch, dass keine versteckten Werbebotschaften enthalten sind.

Bleiben Sie ehrlich und authentisch. Superlative, Adjektive und Adverbien zu streichen, hilft dabei.

Nutzen Sie Quellen, Daten und Fakten, wenn Sie Ihre Pressemitteilung schreiben und geben Sie die dann auch an. Sollte dies nicht möglich sein, versuchen Sie wertende Aussagen in Zitate zu verpacken. Zitate, manchmal mal auch O-Töne, machen Meldungen lebendig. Die Masse ist dabei nicht entscheidend, sondern die Qualität.

Und zu guter Letzt, auch wenn es selbstverständlich klingt: Lassen Sie am Schluss, wenn Sie die Pressemitteilung schreiben, immer noch einmal jemanden die Meldung Korrekturlesen. Rechtschreib- und Zeichenfehler passieren jedem, sind jedoch für Pressemitteilungen ein absolutes No-Go!

Haben Sie an alles gedacht?

  • Wort "Pressemeldung" genannt?
  • Überschrift prägnant?
  • Datum?
  • W-Fragen zu Beginn?
  • Zusatzinfos am Ende?
  • Ansprechpartner mit Kontaktdaten?
  • Bildmaterial vorhanden?