Und nun zum praktischen Teil

Sie haben ein Projekt, für dass Sie Fördermittel einwerben möchten

Mit einem Förderantrag stellen Sie Ihr Projekt dem Förderer so dar, dass es für ihn verständlich ist und auch seine Förderrichtlinien erfüllt. Nur dann wird er Geld für Ihr Projekt geben.

Dazu gehört die Projektskizze

Zuerst sollten Sie eine Projektskizze entwickeln, die allen Beteiligten deutlich macht, was für ein Projekt Sie planen. Die Projektskizze dient als Grundlage für einen Projektantrag und könnte folgende Punkte enthalten:

  • Zielgruppe: Wen soll das Projekt erreichen? Für wen soll es sein? Wem nützt es?
  • Ziele: Welche Ziele werden mit dem Projekt verfolgt? Welche Probleme werden dadurch gelöst?
  • Mittel: Welche zeitlichen, räumlichen und finanziellen Ressourcen sind notwendig?
  • Methoden: Mit welcher Methode und in welchen Einzelschritten soll das Projekt umgesetzt werden? (Beispiel: Konferenz, Demonstration, Broschüre)
  • Mitwirkende: Wer setzt das Projekt um? Welche Erfahrungen und Qualifikationen werden benötigt?
  • Alleinstellungsmerkmal: Was ist die besondere Stärke des Vorhabens? Was zeichnet es im Vergleich zu anderen aus?

Vor der Antragstellung

Klären Sie, ob Sie antragsberechtigt sind. Viele Förderer verlangen, dass Sie eine Rechtsform haben (zum Beispiel: eingetragener Verein) und vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt sind. Wenn Sie diese Voraussetzung nicht erfüllen, können Sie überlegen, ob Sie mit einem antragsberechtigten Verein zusammen arbeiten wollen.

Prüfen Sie, ob Ihr Projekt den Zielen entspricht, die die Förderer mit einer Förderung erreichen will. Lesen Sie die Informationen zur Antragstellung genau durch. Häufig können Sie anhand bereits geförderter Projekte erkennen, welche Art Projekte Aussicht auf Förderung haben.

Klären Sie, ob es Fristen und Richtlinien für die Antragstellung sowie Antragsformulare gibt, oder ob der Antrag formlos, das heißt ohne Formulare, gestellt werden soll. Wenn es vorgegebene Antragsformulare gibt, dann füllen Sie diese aus.

Prüfen Sie, ob bestimmte Unterlagen wie zum Beispiel Ihre Vereinssatzung beigefügt werden müssen.

Fragen Sie bei Unklarheiten bei den Geldgeberinnen und Geldgebern telefonisch nach, das schmälert nicht Ihre Aussichten auf Förderung. Aufbau eines Finanzantrags

Angaben zur antragstellenden Organisation

Hier geben Sie einen Überblick darüber, wer Sie sind und wer am Vorhaben beteiligt sein wird.

  • Name der antragstellenden Organisation, Name des Vorstands und/ oder der Projektverantwortlichen, Adresse, Telefon, Fax, E-Mail, Internetadresse
  • Angaben zur Tätigkeit und Finanzierung der Organisation (Selbstdarstellungen können beigelegt werden).
  • Gibt es weitere am Projekt beteiligte Institutionen und Personen? Geben Sie in diesem Fall Namen, Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner, Adresse, Telefon, Fax, E-Mail, Internetadresse an.
  • Wurden bei anderen Institutionen oder Stiftungen weitere Fördermittel beantragt? Geben Sie an, bei wem Anträge in welcher Höhe und mit welchem Ergebnis gestellt wurden.

Kurzvorstellung des Projektes

Um dem Förderer einen kurzen Überblick zu verschaffen, sollten Sie sich auf das Wesentliche konzentrieren. Wie lautet der Titel des beantragten Projektes? Geben Sie eine kurze und präzise Beschreibung der wesentlichen Inhalte, Problemstellungen und Lösungsvorschläge des Projektes. Hier sollte auch die Frage beantwortet werden, was das Besondere an Ihrem Projekt ist. Vermeiden Sie Allgemeinplätze und Floskeln.

Ausführliche Projektbeschreibung

Eine ausführliche Projektbeschreibung ist der Kernpunkt des Finanzantrages. Hier machen Sie deutlich, wie Sie was, wann, weshalb verwirklichen wollen und welche Mittel Sie dafür benötigen. Formulieren Sie präzise, in einfachen und verständlichen Sätzen die folgenden Punkte:

  • Der Hintergrund und Ihre Motivation für das Projekt
  • Der Zeitraum, in dem das Projekt stattfinden soll
  • Der Inhalt des Projektes mit Angaben dazu, was genau gemacht werden soll, zum Beispiel: Seminar, Workshop, Kundgebung, Demonstration, Aktionswoche, Filmveranstaltung, Podiumsdiskussion, Konzert, Fest, Broschüre, Konferenz. Erklären Sie, warum genau diese Methode sinnvoll ist.
  • Die Ziele, die das Projekt verfolgt, zum Beispiel Informationsvermittlung, Meinungsaustausch, Aufklärung, Aufzeigen von Beteiligungsmöglichkeiten, Angebote zum Mitmachen
  • Eine möglichst konkrete und realistische Beschreibung der Zielgruppe, die mit Ihrem Projekt erreicht werden soll
  • Angaben zu den verwendeten Mitteln: Dazu gehören Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
  • Zeitaufwand, Räumlichkeiten und andere Sachmittel
  • Möglichst konkrete und erreichbare Ergebnisse des Projektes bezüglich der Ziele
  • Angaben zur Nachhaltigkeit des Projektes, das heißt: ein Ausblick dazu, wie die Projektergebnisse entweder von Ihnen oder von anderen weiter verwendet werden können. Zum Beispiel: Die Veranstaltung soll in einer anderen Stadt wiederholt werden, um Erfahrungen weiterzugeben.

Zeitplan

Hier sollten Sie die einzelnen Projektphasen (Planungsphase, Vorbereitung, Durchführung, Abschluss und Auswertung) kurz erläutern und zeitlich festlegen. Einige Geldgeberinnen und Geldgeber wünschen, dass diejenigen, die Sie als Zielgruppe des Projekts nennen, an allen Phasen mitwirken können. Sie sollten darauf eingehen, wie Sie das ermöglichen wollen.

Kosten- und Finanzierungsplan

Nun geht es darum, die für das Projekt notwendigen Ausgaben und die Einnahmen, die diese Kosten decken sollen, in einer Tabelle aufzuschlüsseln.

Schreiben Sie alle Kosten untereinander (zum Beispiel Kosten für Referentinnen und Referenten, Öffentlichkeitsarbeit, Übernachtung, Reisekosten, Mietkosten, Telefon, Ausleihgebühren) und rechnen die Summe aus. Dem gegenüber steht der Finanzierungsplan: Schreiben Sie auch alle erwarteten Einnahmen untereinander (zum Beispiel: Fördermittel von Stiftungen, öffentliche Fördermittel, Spenden, Eintrittsgelder). Die beantragte Förderung gehört auch zu den erwarteten Einnahmen.

Das Ziel ist es, den Kosten- und Finanzierungsplan in Übereinstimmung zu bringen. Die Summe der Kosten muss gleich der Summe der Einnahmen sein.

Oft wird vom Förderer verlangt, dass Sie einen Anteil an eigenen Mitteln aufbringen. Dazu zählt aber nicht nur Geld. Sie können oftmals ehrenamtlich erbrachte Eigenleistungen einerseits als Kosten und andererseits als selbst erbrachten Anteil an den Einnahmen angeben. Dies können anfallende Miete von Räumen, ehrenamtliche Arbeitsstunden, Transport durch Privatfahrzeuge, Telefonate von Privatapparaten und ähnliches sein. In Anträgen macht der Eigenanteil deutlich, wie stark Sie selbst engagiert sind.

Der Kosten- und Finanzierungsplan ist verbindlich. Es ist deshalb empfehlenswert, notwendige Änderungen während des Projekts mit den Geldgeberinnen und Geldgebern abzusprechen. Und heben Sie unbedingt alle Quittungen und Rechnungen auf. Die benötigen Sie für die Projektabrechnung.